top

FSME

Frühsommermeningoencephalitis

Die Frühsommermeningoencephalitis ist eine durch das FSME-Virus verursachte Infektion der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks. Das Virus wird durch den Stich einer blutsaugenden Zecke mit virushaltigem Speichel übertragen. In Mitteleuropa ist dies hauptsächlich der "Gemeine Holzbock". Die Durchseuchungsrate der Zecken mit dem FSME-Virus in Mitteleuropa schwankt zwischen 0,05-5,00 %. Das Virus ist in bestimmten Regionen vor allem Süd- und Ostdeutschlands und den Ländern wie Österreich, der Schweiz, dem ehemaligen Jugoslavien, Ungarn, Tschechien und der slowakischen Republik, Polen und der ehemaligen Sowjetunion sowie in Südschweden und Südfinnland beheimatet. Die Anzahl der Erkankungen ist aber auch abhängig von klimatischen Schwankungen. So ist in Jahren mit mäßigem Winter im Frühsommer die Zeckenaktivität und damit die Virusübertragung hoch. Bei etwa 1 % der von Virus-infizierten Zecken gebissenen Menschen kommt es nach 5 - 14 Tagen zu den ersten Erkrankungserscheinungen mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Danach folgt die Zweiterkrankungsphase mit Entzündung des zentralen Nervensystems und entsprechenden neurologischen Symptomen. Etwa 30 % dieser Patienten erleiden Folgeschäden wie langanhaltende Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, vegetative Beschwerden und Lähmungserscheinungen. Auch die Leberzellen und der Herzmuskel können befallen sein. Von den schwer Erkrankten sterben etwa 0,5 - 1,0 % der Patienten. Eine spezifische Behandlung der FSME ist - zumindest gegenwärtig - nicht möglich; die Patienten können nur symptomatisch behandelt werden. Bei 5 - 10 % der Erkrankten ist mit Dauerschäden zu rechnen.

Nur die Impfung kann einen zuverlässigen Schutz vor FSME bieten!

Impfung gegen FSME kann für folgende Personengruppen empfohlen werden:

  • Besonders gefährdete Personen, die land- bzw forstwirtschaftliche Berufe ausüben
    (z. B. Jäger, Förster, Waldarbeiter und Landwirte)
  • Personen, die sich viel im Freien (Garten, Donauauen) aufhalten
  • Reisende, die während der FSME-Saison (ab April bis einschließlich Oktober) in besonders gefährdeten Gebieten wandern, spazieren gehen, laufen, campen oder Pilze und Beeren sammeln
  • Patienten, die häufig von Zecken befallene Haustiere (Hunde, Katzen) halten

Die Impfung ist möglich für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr mit einem speziellen Kinderimpfstoff sowie für Kinder ab 12 Jahre, Jugendliche und Erwachsene, wobei eine sogenannte Schnell-Immunisierung mit einem Aufbau des Impfschutzes in 21 Tagen bei 3 Injektionen innerhalb von 21 Tagen sowie eine normale Immunisierung mit 3 Impfungen innerhalb eines Jahres möglich ist. Eine Auffrischimpfung ist bei der Schnellimmunisierung nach 12 - 18 Monaten durch eine Injektion, ansonsten alle 3 (Patienten > 49 Jahre) bis 5 (Patienten < 49 Jahre) Jahre durch eine Injektion notwendig. Die Impfung sollte im Frühjahr oder Herbst erfolgen.

Nebenwirkungen bestehen in Lokalreaktionen wie Schmerzen, Schwellung und Rötung der Impfstelle. Insbesondere Kopfschmerzen, aber auch leichtes Fieber mit Muskel- und Gelenkschmerzen werden von etwa 10 % aller Impflinge innerhalb der ersten beiden Tage nach der Impfung beobachtet. Sie finden sich häufiger bei Erwachsenen und sind im allgemeinen nach der 1. Impfstoffgabe ausgeprägter. Bisher gibt es keinen Beleg dafür, daß die FSME-Impfung in nennenswertem Ausmaß schwerwiegende neurologische Komplikationen hervorruft. Ein Abstand zu anderen Impfungen ist nicht erforderlich. Vorsicht ist geboten bei bekannter Allergie gegen Hühnereiweiß.

Vor der sogenannten Borreliose, die auch durch Zecken übertragen wird, schützt die Impfung allerdings nicht. Hierbei handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die beim Stich einer infizierten Zecke in 1 von 300 Fällen zur Infektion führt. Etwa 20 % der "Holzbock-Zecken" sind im süddeutschen Raum infiziert. In Flußniederungen (Donauauen) besteht erhöhtes Infektionsrisiko; Infektionen gibt es aber auch im Stadtbereich, in Gärten und Parks. Die Behandlung besteht in frühzeitiger Antibiotikatherapie bei vorangehender Entfernung der Zecke mit entsprechender Desinfektion der Einstichstelle. Bei der Erkrankung kommt es nach einigen Tagen bis Wochen zu unspezifischen grippeähnlichen Allgemeinsymptomen mit Hautausschlag (Erythema migrans) und nach Wochen bis Monaten zu Lymphknotenschwellungen und Gelenkbeschwerden. Selten ist auch das zentrale Nervensystem befallen (Hirnhaut- und Gehirnentzündung).


Aktuelles

Individuelle Ernährungsberatung


Individuelle Ernährungsberatung

Reisemedizinische Beratung


Reise-Impfberatung

Gelbfieber-Impfung


3-Sterne-Praxis

3-Sterne-Praxis

Focus-Empfehlung 2017

Urkunde


jameda Top-Ärzte-Siegel

Ärzte
in Günzburg auf jameda



bottom

 Vorsorge von A-Z

Check-up in 10 Fachrichtungen an 1 Tag

Gesundheitsförderung und Prävention

Gesundheitsförderung und Prävention