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Rectoskopie

Sie wollen eine Spiegelung des Enddarmes durchführen lassen. In der medizinischen Fachsprache wird diese Untersuchung als "Rectoskopie" bezeichnet. Hierbei wird mit einem starren Metallrohr, das durch den After eingeführt wird, die Innenwand des Enddarms betrachtet. Auf diese Weise können die letzten 15-30 cm Ihres Enddarms eingesehen werden.

 

Zweck der Untersuchung

Mit Hilfe der Rectoskopie sollen krankhafte Veränderungen, die den letzten Abschnitt des Dickdarms betreffen, gefunden werden. Anlaß für die Untersuchung sind in der Regel Blutbeimengungen im Stuhl oder Schwierigkeiten bei der Darmentleerung. Durch die Untersuchung kann man feststellen, ob die Blutungsquelle in diesem Darmabschnitt liegt. Neben gutartigen Krankheitsbildern wie Hämorrhoiden und Einrissen der Darmschleimhaut (Analfissur) kann die Blutungsquelle ein gutartiger Polyp oder aber ein bösartiger Darmtumor sein. Zwei Drittel aller bösartigen Darmtumore sind im Enddarm angesiedelt und können bereits durch eine Rectoskopie erkannt werden. Ziel ist es, Erkrankungen des Enddarms rechtzeitig zu erkennen, da die Chancen auf "echte" Heilung bei frühzeitiger Diagnosestellung besser und der Umfang notwendiger Operationen meist geringer sind. Auch feingewebliche Veränderungen der Darmschleimhaut, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind, können nachgewiesen werden. Dazu werden Gewebeproben, die kleiner als ein Streichholzkopf sind, mit einer kleinen Zange aus der Darmschleimhaut entnommen. Die Entnahme der winzigen Gewebeproben ist nicht schmerzhaft! Die Gewebeuntersuchungen sind dann besonders wichtig, wenn zu entscheiden ist, ob beispielsweise eine gutartige Veränderung oder aber eine seltene bösartige Erkrankung der Darmschleimhaut vorliegt. Knospenartige Wucherungen der Schleimhaut, sogenannte Polypen, sollten bei einer anschließenden Coloskopie abgetragen werden, da sich Dickdarmkrebs sehr häufig aus solchen Polypen entwickelt. Häufig können so größere Operationen vermieden werden.

Wie bei allen Erkrankungen gilt auch hier: Je früher eine Veränderung entdeckt wird, umso schneller und besser ist sie zu behandeln.

 

Vorbereitung und Durchführung der Rectoskopie

30-60 Minuten vor der Untersuchung wird durch ein Klysma (Einlauf von ca. 130ml), das sie von der Helferin erhalten, Ihr Enddarm entleert. Eine Nahrungsbeschränkung oder weitere abführende Maßnahmen sind nicht erforderlich. Auch müssen Sie für die Untersuchung nicht nüchtern sein. Sollten Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, können Sie dies auch am Tage der Untersuchung wie gewohnt tun. Lediglich Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) sollte eine Woche vor der Untersuchung nicht eingenommen werden.

Zur Rectoskopie kniet sich der Patient auf eine spezielle Untersuchungsliege; die Untersuchung ist aber auch in Rücken- oder Seitenlage durchführbar. Das mit einem Gleitmittel benetzte Gerät hat einen Durchmesser von 15-25 mm (1,5-2,5 cm) und wird 15-30 cm tief in den Darm eingeführt. Dies ist in der Regel nicht schmerzhaft, wenn auch nicht sonderlich angenehm. Die eventuell erforderliche Entnahme von Schleimhautproben ist ebenfalls schmerzfrei. Die Injektion eines Beruhigungs- oder Schmerzmittels ist bei dieser Untersuchung nicht erforderlich. Sie benötigen daher in der Regel auch keine Begleitperson und können nach der Untersuchung ein Kraftfahrzeug fahren und Maschinen führen.

 

Mögliche Komplikationen

Endoskopische Untersuchungstechniken wie die Rectoskopie sind in der Medizin weltweit verbreitet und werden seit vielen Jahren millionenfach sicher durchgeführt. Trotzdem muß ich Sie auf die sehr seltenen Komplikationen hinweisen:

Nach Gewebeentnahmen kann es selten zu Blutungen kommen. Diese hören meist von alleine auf oder können durch Medikamente, die über das Endoskop gegeben werden, zum Stillstand gebracht werden. Noch seltener sind danach Blutübertragungen oder Operationen erforderlich. Auch Verletzungen oder ein Durchbruch (Perforation) der Darmwand sind heute eine Rarität. In seltenen Fällen ist eine allergische Reaktion auf das verwendete Gleitmittel möglich. Treten dennoch nach der Rectoskopie stärkere Schmerzen im Bauchraum bzw. am After oder Austritt größerer Blutmengen aus dem After auf, so benachrichtigen Sie mich bitte sofort.

Trotz der genannten seltenen Komplikationen ist für Sie der diagnostische Gewinn mit den darausfolgenden Behandlungsmöglichkeiten weitaus größer als das Risiko der Untersuchung selbst. Gerne nennen wir Ihnen Ärzte, die diese Untersuchung durchführen.


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