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Medikamentenkosten

Medikamente kosten Geld, jeder weiß das.

Doch die steigenden Ausgaben für Medikamentenkosten stellen Krankenkassen und Gesetzgeber, aber auch die verordnenden Ärzte, vor große Probleme, die nur zu bewältigen sind, wenn Ärzte und Patienten bei der Verordnung und Einnahme von Medikamenten berücksichtigen, dass nur noch Medikamente verordnet werden dürfen, deren Wirkung wissenschaftlich gesichert und im einzelnen Krankheitsfall medizinisch erforderlich ist und deren Preis auch im Vergleich zu Alternativen dem Wirtschaftlichkeitsgebot entspricht.

Das Wirtschaftlichkeitsgebot ist in §12 Absatz 1 Satz 1 des 5. Buches des Sozialgesetzbuches (SGB V) definiert. Die Krankenkassen stellen demnach den Versicherten Leistungen, die dem Wirtschaftlichkeitsgebot entsprechen, als Sachleistung zur Verfügung. Laut SGB V müssen diese Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein und dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Alle diese im Gesetz vorgesehenen Voraussetzungen müssen also gleichzeitig erfüllt sein. Grundsätzlich kann demnach jede ärztliche Leistung und Verordnung vom Patienten beansprucht werden, vom Arzt erbracht und von der Krankenkasse getragen (erstattet) werden, sofern sie diesem Wirtschaftlichkeitsgebot entspricht.

Der Gesetzgeber hat die pauschalen Arznei- und Heilmittelbudgets, die alle Verordnungen aller Ärzte innerhalb einer Kassenärztlichen Vereinigung umfassten und alle Ärzte, auch die, welche sich an das Wirtschaftlichkeitsgebot hielten, bei Budgetüberschreitung mit Kollektivregress bedrohten, abgeschafft (Arzneimittelbudgetabschaffungsgesetz). An ihre Stelle sind die individuellen fachgruppen- und praxisbezogenen Medikamenten-Richtgrößen getreten, die sich ausschließlich auf die Verordnung von Arzneimitteln beziehen und bei der Abrechnung der Wirtschaftlichkeitsprüfung unterliegen. Unter Richtgröße versteht man die Festlegung einer Obergrenze der Verordnungskosten für Arzneimittel pro Patient je Quartal. Hierbei gibt es unterschiedliche Richtgrößen je nach Alter des Patienten und Fachgruppe des Arztes.

Richtgrößen in Euro für Allgemeinärzte in Bayern pro Quartal:

  • Altersklasse   0 - 11 Jahre
      21,57 €
  • Altersklasse 12 - 19 Jahre
      18,21 €
  • Altersklasse 20 - 44 Jahre
      30,13 €
  • Altersklasse 45 - 59 Jahre
      71,44 €
  • Altersklasse 60 - 69 Jahre
    117,15 €
  • Altersklasse über 70 Jahre
    157,88 €

Braucht der Arzt die Richtgrößen einzelner Patienten nicht auf, wird der übrige Betrag mit den Richtgrößen der Patienten, die überschritten wurden, verrechnet.

Überschreitet ein Arzt bei der Richtgrößenprüfung seine aus Patientenzahl und Altersstruktur seiner Patienten errechnete Gesamtverordnungssumme, also sein praxisindividuelles Medikamentenbudget, haftet er mit seinem ärztlichen Honorar für den Überschreitungsbetrag, sofern (vorab) keine sog. Praxisbesonderheiten anerkannt wurden. Prüfungsgegenstand ist hierbei die Wirtschaftlichkeit der Verordnungsweise bei Überschreitung der sogenannten Jahresrichtgrößensumme. Bereits bei 15% Überschreitung wird ein Prüfverfahren, bei Überschreitung von 25% ein Regressverfahren eingeleitet. Das Tückische bei diesen Prüfungen ist, dass ihre Durchführung erst (mindestens 2) Jahre nach dem eigentlichen Prüfjahr erfolgt und eine Rückforderung noch nach bis zu 4 Jahren möglich ist.

Sie können sicher sein, dass ich bei meiner Verordnung in erster Linie Ihre Gesundheit im Auge habe und immer bemüht bin und sein werde, Sie mit den besten Medikamenten zu versorgen. Hierbei sind aber sogenannte Generika, das sind wirkstoffgleiche preiswerte Alternativen ohne Patentschutz, nicht schlechter als das Originalpräparat, da der Gesetzgeber nicht nur Wirkstoffgleichheit, sondern auch Wirkungsgleichheit (Bioäquivalenz) vorschreibt. Viele Medikamente sind in ihrer Wirkung leider umstritten. Es liegt in meiner Verantwortung, die für Sie richtige Therapie zu verordnen und gleichzeitig den Bedürfnissen aller meiner Patienten gerecht zu werden. Doch am Ende kann nicht ich durch Regress die Kosten für Ihre Behandlung tragen.

Daher haben Sie bitte Verständnis, wenn Sie manches Medikament nicht auf Kassenrezept erhalten, selbst wenn es formal gesehen verordnungs- und erstattungsfähig sein sollte, aber aus meiner medizinischfachlichen Sicht in Ihrem speziellen Fall verzichtbar ist.


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