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Helicobacter pylori

Infektionen des Magens

Durch die Magenspiegelung mit Gewebeprobenentnahme ist bei Ihnen eine bakterielle Entzündung des Magens/Zwölffingerdarms durch den bakteriellen Erreger Helicobacter pylori festgestellt worden. Diese Infektion hat bei Ihnen eine Schleimhautentzündung des Magens/Zwölffingerdarms oder sogar ein Geschwür (Ulcus) hervorgerufen. Diese Infektion kann, muß aber nicht, mit Oberbauchbeschwerden wie Schmerzen, Übelkeit/Brechreiz und/oder Völlegefühl einhergehen.

Es gilt heute als gesichert, daß diese "infektiöse" Magenschleimhautentzündung eine Grundlage für weitere Erkrankungen wie Zwölffingerdarm- und Magengeschwüre darstellt. Darüberhinaus wird vermutet, daß Patienten mit dieser Entzündung ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Magenkrebs haben.

Ein Abtöten des Keimes Helicobacter pylori kann zu einer Heilung der Magenschleimhautentzündung führen. Damit wird das erneute Auftreten eines Geschwüres in der Regel verhindert. Dies geht mit einer raschen und deutlichen Besserung der Beschwerden, in vielen Fällen einer kompletten Beschwerdefreiheit einher.

Die Magen-Darm-Heilkunde hat in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Das beste Beispiel ist das Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür, das noch bis vor wenigen Jahrzehnten nicht selten zum Tode durch inneres Verbluten führte oder häufiger Anlaß für belastende Magenoperationen war. Dies kommt heute praktisch nicht mehr vor. Dabei ist das Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus) ein häufiges Leiden: Es trifft etwa 5-10 % der Bevölkerung mindestens einmal im Leben. Das Ulcus kann in jeder Lebensphase - auch in der Kindheit oder Jugend - auftreten. Besonders häufig erkranken aber Menschen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr und meist bleibt es nicht bei diesem einen Mal. Das Ulcusleiden wird deshalb als chronische Krankheit bezeichnet.

Obwohl diese Erkrankung aufgrund ihrer chronischen Natur mit häufig wiederkehrenden Schmerzen eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeuten kann, handelt es sich in aller Regel um ein gutartiges Leiden, also eine Krankheit, die nicht zwangsläufig zum Tode führt. Dennoch kommt es immer wieder zu schweren Komplikationen. Diese sind heute zwar besser zu behandeln, aber sie bleiben gefährlich.

Die Helicobacter pylori-Infektion wird heute als eine entscheidende Voraussetzung für die Ulcuskrankheiten angenommen und hat deshalb entsprechende Berücksichtigung in der Diagnostik und Therapie gefunden. Einer besonderen Klärung bedarf hierbei die Frage, warum trotz der enormen weltweiten Verbreitung der Helicobacter pylori-Infektion - schätzungsweise 30 % der Bevölkerung ab dem 20. Lebensjahr auch in Deutschland sind betroffen - nur bei jedem Zehnten ein Ulcusleiden entsteht. Es wird angenommen, daß es bestimmte Bedingungen gibt, unter denen die Helicobacter pylori-Infektion beim einzelnen zum Ulcus führt, während andere davon verschont bleiben. Diese Bedingungen umfassen zum einen die besondere Agressivität (Virulenz) einiger Helicobacter pylori-Stämme, aber auch genetische (familiäre) Veranlagungen und das Einwirken gewisser Risikofaktoren. Beispiele für diese Risikofaktoren sind Stress, Medikamente aus dem Bereich der sogenannten Antirheumatika sowie Tabak und Alkohol. Den entscheidenden Beweis für die Bedeutung der Helicobacter pylori-Infektion haben jedoch Untersuchungen geliefert, die zeigten, daß bei erfolgreicher Behandlung der Infektion das Ulcusleiden endgültig und nahezu ohne Rückfälle geheilt werden kann, auch wenn die anderen an der Entstehung des Ulcus beteiligten Risikofaktoren bestehen bleiben.

Mit der Behandlung eines Magen- und Zwölffingerdarmgeschwürs bzw. einer Entzündung der Schleimhaut in diesem Bereich sollen drei wesentliche Ziele erreicht werden. An 1. Stelle - für die Betroffenen am wichtigsten - steht die rasche Schmerzlinderung und Beseitigung von etwaigen Komplikationen; dann folgt die Abheilung des Geschwürs, und 3. gilt es, Rückfälle zu verhindern. Der Erreger kann auch durch direkten Nachweis des Antigens im Stuhl nachgewiesen werden. Allerdings ist dieses Verfahren nur zur Kontrolle eines Therapie- bzw. Heilungserfolgs geeignet, wobei der Test frühestens 4 Wochen nach Beendigung der Einnahme säurehemmender Medikamente erfolgen sollte. Dieser Stuhltest kann selbstverständlich hier in der Praxis durchgeführt werden. Die Behandlung der Helicobacter pylori-Infektion mit der sogenannten Triple-Eradikationstherapie mag vielleicht angesichts der relativ hohen Zahl der Tabletten (2x 3 Tabletten für 1 Woche) recht aufwendig erscheinen. Die herkömmliche, über Jahre dauernde Langzeittherapie mit Säureblockern dagegen ist nur auf den ersten Blick einfacher. Diese rein an den Symptomen der Erkrankung orientierte Therapie ist von einer hohen Zahl an Rückfällen belastet und daher auf Dauer auch wesentlich teurer. Nur bei etwa 2 % der mit der Triple-Therapie behandelten Patienten treten erneut Magen-Darm-Geschwüre auf.

Die derzeit beste Behandlungsmöglichkeit einer Helicobacter pylori-Infektion besteht in der obengenannten Triple-Therapie durch Einnahme eines Protonenpumpenhemmers, der die Magensäureproduktion fast vollständig hemmt, und von zwei Antibiotika über 7 Tage. Damit wurden in großen internationalen Studien die höchsten Heilungsraten bei nur wenigen Nebenwirkungen festgestellt. Die Erfolgsquote der modernen Helicobacter pylori-Therapie liegt derzeit bei 90-95 % der behandelten Patienten. Sie setzt allerdings eine regelmäßige und vollständige Einnahme der Ihnen für eine Woche verordneten Medikamente voraus. Hierbei sollte der verordnete Protonenpumpenhemmer zweimal täglich eingenommen werden. Er selbst führt bereits zu einer raschen Besserung der Beschwerden, ist ausgesprochen nebenwirkungsarm und verbessert die Wirksamkeit der Antibiotika. Die tatsächliche Heilung der Helicobacter pylori-Infektion ist allerdings auch streng an die Einnahme von Antibiotika gebunden. Diese sind ebenfalls zweimal täglich - zusammen mit dem Protonenpumpenhemmer - mit etwas Wasser vor den Mahlzeiten einzunehmen.

Die klassische Dreier-Therapie, bestehend aus einem sogenannten Protonenpumpenhemmer und zwei Antibiotika, gilt derzeit als die wirksamste Behandlung der Helicobacter-Infektion. Selbst wenn Nebenwirkungen auftreten sollten, sind diese in der Regel für den kurzen Zeitraum von nur einer Woche zu ertragen, bekommen Sie hierfür doch die große Chance (90-95 %), auf Dauer frei von Beschwerden und möglichen Komplikationen zu bleiben.

 

Therapieschema Tagesdosis
Protonenpumpenhemmer 2x1
Antibiotikum 1 2x1
Antibiotikum 2 2x1

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